ZYKLUSBEWUSSTSEIN IST SELF-CARE
- 20. Feb.
- 3 Min. Lesezeit

Ja, auf jeden Fall! Deshalb schließe ich mich der Blogparade von Rani Gindl an.
Zyklusbewusstsein ist für mich Self-Care, denn
Zyklusbewusstsein heißt für mich:
Mich selbst bejahen.
Und zwar in mehrfacher Hinsicht:
Im Moment, in dem ich Zeichen der Fruchtbarkeit an meinem Körper wahrnehme, weiß ich, dass alles gut läuft, nach dem inneren Plan meines Körpers. Hormone machen ihre Arbeit gut. Ich spüre die Signale und kann mich beruhigt zurücklehnen. Schon allein das ist positiv. Weiter bedeutet es: die Aufmerksamkeit gilt der Fruchtbarkeit und nicht nur der Menstruation. Fruchtbarkeit ist das eigentliche Geschehen, ist spürbar und sichtbar, als gesunde Kraft wahrnehmbar. Und wenn die Signale unklar sind? Auch das ist gut! "Danke, Körper, du sagst mir, wie es mir geht!" Ich merke frühzeitig, was anders ist als sonst und weiß aufgrund meiner Erfahrung, ob es o.k. ist oder ob ein Stress- oder Gesundheitscheck nötig ist.
Im Moment, wo ich mir bewusst Aufmerksamkeit schenke. Damit ist die gewohnheitsmäßige Beobachtung von Zervixschleim und die Messung der Aufwachtemperatur gemeint. Die kurze Zeit, in der ich mich bewusst mir selbst widme. Ähnlich wie bei allen anderen Körperpflegemomenten. Jedoch in diesem Fall nicht, um mich nach außen schön zu machen, sondern um mir über mich selbst klar zu werden. Ich kann dadurch den immer wiederkehrenden Ablauf von Fruchtbarkeit und Unfruchtbarkeit im Zyklus bewusst erleben. Begleitende Symptome kann ich einordnen und dadurch leichter nehmen und berücksichtigen, was ich brauche: "O.k., das gehört dazu."
Im Moment wo ich mir klar über mich selbst bin: Ja, heute ist ein fruchtbarer Tag. Oder: In diesem Zyklus ist die fruchtbare Zeit zuende. Oder: Ab jetzt kann ich mich auf den Beginn der Menstruation einstellen. Das alles zu wissen, ist einfach stark!
Im Moment, wo ich das alles meinem Mann gegenüber klar und verlässlich mitteilen kann.
Einmal im Hinblick darauf: So geht es mir heute. Dann im Hinblick darauf, dass wir unsere Intimität mit dem Zyklusverlauf gestalten. Ein bedeutender Aspekt in der Beziehungspflege. Und zwar wechselseitig. Ich nenne es mal "Spiegelreflex". Beziehungspflege ist Teil von Self-Care. Mein Gegenüber ist darauf angewiesen, dass ich Auskunft über mich selbst geben kann. Dann kann auch der andere sich selbst und mir gegenüber gute Entscheidungen treffen - im gegenseitigen Akzeptieren.
Zyklusbeobachtung bedeutet: wahrnehmen was ist und akzeptieren, wie ich gerade bin.
Nun liegt Zyklusbeobachtung für mich zwar in der Vergangenheit, weil ich nach der Menopause bin. Jedoch: Für mich entfaltet gerade jetzt im Rückblick der Lebensstil der Zyklusbewusstheit nochmal Kraft.
Ich habe es eingeübt, meinem Körper Aufmerksamkeit zu schenken und zwar nicht nur in der Außenperspektive: Wie sehe ich im Spiegel aus? Wie sehen andere mich?
Sondern aufrichtig vor mir selbst: Wie geht es mir gerade? Was sagt mir mein Körper? Was brauche ich? Und eine kleine, aber sehr wirksame Nachfrage: Was brauche ich wirklich?
Ich bin dankbar, dass ich bewusst und bejahend mit meiner Fruchtbarkeit leben konnte.
Die positive Einstellung zur Fruchtbarkeit war für mich der Ausgangspunkt, meinen Körper als Ganzes zu bejahen. Natürlich war und ist es immer ein Weg, weil der Körper auch Aufgaben stellt, die nicht angenehm oder leicht sind. Zugleich ist alles, was ich tue und erlebe, nur mit meinem Körper möglich. In punkto Fruchtbarkeit hielt ich daran fest, dass es so gut ist, wie es gerade ist und dass ich damit leben will und kann. Das gab mir auch in der Paarbeziehung Mut, mich zu vertreten und uns als Paar eine sichere Basis.
Mit der Menopause ist nicht mehr das Zykluserleben die Aufgabe, sondern die Veränderungen durch das Älterwerden.
Ich habe Mut, meinen Körper weiterhin "mitzunehmen": Er macht seine Sache gut!
Ich bin mit mir einverstanden.
So im Prinzip. Nicht jeden Tag gleich und nicht immer sofort. Self-Care lässt dafür Zeit.



