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VIKTOR E. FRANKL

  • martina3416
  • vor 1 Tag
  • 3 Min. Lesezeit


Viktor Emil Frankl wurde am 26.03.1905 in einer jüdischen Familie in Wien geboren und wuchs mit einer jüngeren Schwester und einem älteren Bruder auf.


Von früher Kindheit an wollte Frankl Arzt werden und stellte sich vor, wie er ein Buch schreiben würde, das vielen Menschen helfen würde. Sein Name sollte dabei nicht genannt werden. (49)

Als Jugendlicher interessierte er sich für Naturphilosphie und angewandte Psychologie. Er war dreizehn Jahre alt, als er begann, sich mit dem Zynismus seiner Zeit auseinanderzusetzen.

Als der Biologielehrer dozierte: "Letzten Endes ist das Leben nichts anderes als ein Verbrennungsprozess, ein Oxidationsvorgang.", sprang Frankl ungefragt auf und stellte die Frage, die ihn selbst plagte: "Ja, was hat denn das Leben dann für einen Sinn?" (51) Durch die Beschäftigung mit Philosophen unterschiedlicher Richtungen, durch eigenes Philosophieren und schließlich durch das Medizinstudium selbst gewann er überhaupt erst selbst die Sicherheit, dass das Leben einen Sinn hat.


Seine Matura(Abitur-)arbeit schrieb er zum Thema: "Zur Psychologie des philosophischen Denkens." Er stand in Korrespondenz mit Sigmund Freud.

Im Rückblick sagt Frankl als 75-jähriger: "Ich gebe freimütig zu, dass ich als junger Mann angesichts der scheinbaren Sinnlosigkeit des Lebens verzweifelt und von einem totalen Nihilismus erfasst war. Aber ich kämpfte mit ihm wie Jakob mit dem Engel, bis ich "trotzdem Ja zum Leben sagen" konnte, bis ich gegen den Nihilismus gefeit war. (56)

1926 bezeichnete er in einem öffentlichen Vortrag seine von ihm begründete "Dritte Wiener Schule der Psychotherapie" als Logotherapie.


Als Medizinstudent organisierte er in Wien Jugendberatungsstellen und wirkte dem Phänomen von Suiziden bei Schülern nach Zeugnisvergaben erfolgreich entgegen.


Bis zur Eröffnung seine Privatpraxis arbeitete er im "Selbstmörderinnenpavillon" des Psychiatrischen Krankenhauses in Wien und betreute 12.000 schwerst depressive Patientinnen.



Am Rothschild-Spital sabotiert er die Ausführung der Euthanasiegesetze der Nationalsozialisten.

Unter nationalsozialistischer Besatzung musste er seine Praxis in die elterliche Wohnung verlegen.

Sein Ausreisevisum nach Amerika lässt er verfallen, um seinen Eltern in Wien beistehen zu können. Seine Familie (Eltern, Bruder, seine erste Frau Tilly, nicht seine Schwester) wird ins Konzentrationslager deportiert. Alle kommen um, nur er wird aus dem letzten Lager (Dachau) befreit.

Seine Erlebnisse diktiert er innerhalb von neun Tagen: Ein Psycholog´ erlebt das Konzentrationslager. Dieses Buch wird sein bekanntestes überhaupt und erscheint bald in englischer Sprache: Man´s search for meaning. Der spätere deutsche Titel lautet: Trotzdem Ja zum Leben sagen.


Eleonore Schwindt, eine zwanzig Jahre jüngere zahntechnische Assistentin, führte ihn durch ihre Lebensfreude und Liebe ins Leben zurück.


Ihr hinterließ er in den Büchern, die sie regelmäßig ordnete einen Zettel, den sie nach seinem Tod finden sollte: "Für Elly, die aus einem leidenden einen liebenden Menschen gemacht hat."


Die beiden heiraten unter ärmlichen Bedingungen. Die Logotherapie ist ihr gemeinsames Lebenswerk. Er diktierte und sie schrieb. Sie diskutierte mit ihm über seine Formulierungen so lange, bis sie verständlich waren. Auf allen Reisen begleitete sie ihn und war Gastgeberin für namhafte Gäste aus aller Welt.


Schließlich wurde ihr die Ehrendoktorwürde der North Park University of Chicago verliehen.


Frankl selbst veröffentlicht seine Dissertation "Der unbewusste Gott". Seine 39 Bücher sind in 40 Sprachen erschienen.


Er war Professor an der Wiener Universität, hatte Gastprofessuren und 29 Ehrendoktorate im In- und Ausland. In San Diego/Kalifornien wird an der United States International University eine Professur für Logotherapie geschaffen.


Einzigartigkeit und Einmaligkeit zieht sich deutlich durch Viktor E. Frankls Leben.


Besonders beachtenswert ist Frankls Rede auf dem Wiener Rathausplatz am 10. März 1988. Er spricht sich im Gedenken an die Besatzung durch Hitler und an die Opfer dieser Herrschaft gegen Kollektivschuld aus.


Am 02.09.1997 stirbt Viktor E. Frankl an Herzversagen.





Quellen:

Lebenslauf, Viktor Frankl Institut Wien

Klingberg, Haddon: Viktor und Elly Frankl, 2002


Martina Knodt
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Logotherapie und Existenzanalyse nach Viktor E. Frankl

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