VIKTOR E. FRANKL
- 26. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 31. Jan.

Viktor Emil Frankl wurde am 26.03.1905 in einer jüdischen Familie in Wien geboren und wuchs mit einer jüngeren Schwester und einem älteren Bruder auf.
Persönliche Werte zeigen sich früh im Leben.
Von früher Kindheit an wollte Frankl Arzt werden und stellte sich vor, wie er ein Buch schreiben würde, das vielen Menschen helfen würde. Sein Name sollte dabei nicht genannt werden. (49)*
Als Jugendlicher interessierte er sich für Naturphilosophie und angewandte Psychologie. Er war dreizehn Jahre alt, als er begann, sich mit dem Zynismus seiner Zeit - am Ende des ersten Weltkrieges - auseinanderzusetzen.
"Ja, was hat denn das Leben dann für einen Sinn?"
Als der Biologielehrer dozierte: "Letzten Endes ist das Leben nichts anderes als ein Verbrennungsprozess, ein Oxidationsvorgang.", sprang Frankl ungefragt auf und stellte die Frage, die ihn selbst plagte: "Ja, was hat denn das Leben dann für einen Sinn?" (51) Durch die Beschäftigung mit Philosophen unterschiedlicher Richtungen, durch eigenes Philosophieren und schließlich durch das Medizinstudium selbst gewann er überhaupt erst selbst die Sicherheit, dass das Leben einen Sinn hat.
"Das Leben ist nichts als ....." entlarvt das Sinnlosigkeitsgefühl eines Menschen.
Seine Matura(Abitur-)arbeit schrieb er zum Thema: "Zur Psychologie des philosophischen Denkens." Er stand in Korrespondenz mit Sigmund Freud.
Im Rückblick sagt Frankl als 75-jähriger:
"Ich gebe freimütig zu, dass ich als junger Mann angesichts der scheinbaren Sinnlosigkeit des Lebens verzweifelt und von einem totalen Nihilismus erfasst war. Aber ich kämpfte mit ihm wie Jakob mit dem Engel, bis ich "trotzdem Ja zum Leben sagen" konnte, bis ich gegen den Nihilismus gefeit war. (56)
1926 bezeichnete er in einem öffentlichen Vortrag seine von ihm begründete "Dritte Wiener Schule der Psychotherapie" als Logotherapie.
Als Medizinstudent organisierte er in Wien Jugendberatungsstellen und wirkte dem Phänomen von Suiziden bei Schülern nach Zeugnisvergaben erfolgreich entgegen.
Du bist mehr als deine Leistung!
Bis zur Eröffnung seine Privatpraxis arbeitete er im "Selbstmörderinnenpavillon" des Psychiatrischen Krankenhauses in Wien und betreute 12.000 schwerst depressive Patientinnen.

Am Rothschild-Spital sabotierte er die Ausführung der Euthanasiegesetze der Nationalsozialisten.
Unter nationalsozialistischer Besatzung musste er dann seine Praxis in die elterliche Wohnung verlegen.
Sein Ausreisevisum nach Amerika ließ er verfallen, um seinen Eltern in Wien beistehen zu können. Seine Familie (Eltern, Bruder, seine erste Frau Tilly, nicht seine Schwester) wird ins Konzentrationslager deportiert. Alle kommen in Auschwitz um, nur er wird aus dem letzten von vier Lagern, in denen er gefangen war (Dachau), befreit.
Seine Erlebnisse diktiert er innerhalb von neun Tagen: "Ein Psycholog´ erlebt das Konzentrationslager." Dieses Buch wird sein bekanntestes überhaupt und erscheint bald in englischer Sprache: "Man´s search for meaning."
Der spätere deutsche Titel lautet:
Trotzdem Ja zum Leben sagen.
Eleonore Schwindt, eine zwanzig Jahre jüngere zahntechnische Assistentin, führte ihn durch ihre Lebensfreude, ihren Lebenshunger und ihre Liebe ins Leben zurück.
In den Büchern, die sie regelmäßig ordnete, hinterließ Viktor Frankl ihr einen Zettel, den sie nach seinem Tod finden sollte:
"Für Elly, die aus einem leidenden einen liebenden Menschen gemacht hat."
Die beiden heirateten unter ärmlichen Bedingungen. Die Logotherapie ist ihr gemeinsames Lebenswerk. Er diktierte und sie schrieb. Sie diskutierte mit ihm über seine Formulierungen so lange, bis sie verständlich waren. Auf allen Reisen begleitete sie ihn und empfing in ihrer Wohnung Patienten und Gäste aus aller Welt.
Schließlich wurde Elly Frankl die Ehrendoktorwürde der North Park University of Chicago verliehen.
Frankl selbst veröffentlichte seine Dissertation "Der unbewusste Gott". Darüberhinaus 39 Bücher, die in 40 Sprachen erschienen sind.
Er war als. Dr. phil. und Dr. med. Professor für Neurologie und Psychiatrie an der Wiener Universität, hatte Gastprofessuren und 29 Ehrendoktorate im In- und Ausland. In San Diego/Kalifornien war er Professor für Logotherapie an der United States International University.

Einzigartigkeit und Einmaligkeit ziehen sich durch Viktor E. Frankls Leben.
Mit diesem Respekt trat er seinen Patientinnen und Patienten gegenüber. Sein eigenes Leben drückt Einmaligkeit und Einzigartigkeit aus, wie die Notizen zu einem Vortrag zeigen. Und das ist nur ein Detail.
Schon von Jugend an war er ein begeisterter Kletterer. Im Alter machte er noch seinen Flugschein. Er wollte jede menschliche Angst überwinden.
Beachtenswert ist Frankls Rede auf dem Wiener Rathausplatz am 10. März 1988. Er spricht sich im Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Herrschaft gegen Kollektivschuld aus.
"Wen sollte ich auch hassen?"
Am 02.09.1997 stirbt Viktor E. Frankl an Herzversagen.
Quellen:
Lebenslauf, Viktor Frankl Institut Wien
Klingberg, Haddon: Viktor und Elly Frankl, 2002
*Die Ziffern in Klammer geben die Seiten im Buch von Haddon Klingberg an.



